Wir für den Menschen

Kinderkrankenpflegekurs schließt Sterbeseminar mit Exkursion zu Bestattungsinstitut ab

München I 18.04.2016

In der professionellen Pflege gehört die Begegnung mit dem Tod nicht nur zum Leben, sondern auch zum beruflichen Alltag. Entsprechende Unterrichtseinheiten, die Pflegeschülerinnen und -schüler darauf vorbereiten, sind in jeder Pflegeausbildung vorgesehen. Der Kurs der Kinderkrankenpflegeschule der Schwesternschaft München vom BRK e.V., der gerade das dritte und letzte Ausbildungsjahr absolviert, hat sich umfassend mit dem schwierigen Thema ‚Tod und Sterben' auseinandergesetzt und die Reihe nach intensiven Unterrichtserfahrungen mit einer Exkursion zum Bestattungsinstitut AETAS abgeschlossen.

Nach einer ausführlichen Auseinandersetzung mit ethischen, religiösen, rechtlichen und auch emotionalen Fragen zu Sterben und Tod, ging es auch um die Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Patienten und Begegnungen mit Hospizpatienten. Kinder und Jugendliche sind ebenfalls von diesem Schicksal betroffen – für die angehenden Kinderkrankenpflegerinnen ein entscheidender Aspekt, da das Sterben in der Altersgruppe zwar Realität ist, aber doch einen besonders sensiblen Umgang erfordert.

Der letzte Teil der Themenblocks, der mit der Exkursion seinen Abschluss fand, widmete sich schwerpunktmäßig der Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase, der Versorgung von Verstorbenen und den Aufgaben einer Pflegekraft im Sterbe- und Trauerprozess. Besonders wichtig hierbei: die Kommunikation mit den Patienten und Angehörigen, in der Kinderkrankenpflege eine besondere Herausforderung! Die Kindersicht – zum Beispiel die Trauer um Geschwisterkinder, aber auch der Blick auf das eigene Sterben – rückte in diesem Teil stärker in den Fokus. „Von Seiten der Lehrkräfte und Dozenten wurde immer wieder betont, wie wichtig es bei dieser schwierigen Unterrichtseinheit sei, seine eigenen Gefühle zu berücksichtigen, sich selbst zu schützen und sich falls nötig eine Auszeit zu nehmen", meinte Schülerin Eva Weber. Ihre Mitschülerin Carina Pütz ergänzte: „AETAS hat viel Erfahrung mit der Bestattung von Kindern, was uns zum Abschluss eines insgesamt sehr vielschichtigen und emotionalen Themas noch einmal einen weiteren Blickwinkel eröffnet hat."

„Es ist uns an unserer Schule grundsätzlich sehr wichtig, eine angenehme Lernatmosphäre zu bieten. Bei einem so emotionalen Thema aber kommt der Schule als Schutzraum noch einmal größere Bedeutung zu. Wir müssen das Thema ‚Tod und Sterben' aus der gesellschaftlichen Tabuzone holen, um den Schülerinnen und Schülern einen professionellen Umgang damit zu ermöglichen, ohne ihre Fähigkeit zur Empathie einzuschränken oder gar zu beschädigen", erläutert Seminarleiterin und Pflegepädagogin Nudlbichler.